Berufsorientierung

Abitur, lateinisch: er oder sie wird davon gegangen – aber wo gehen die Abiturienten jetzt hin?

Der März: für die Schüler der zwölften Klasse war dies nun die Zeit, in der sie die Klausuren der Schwerpunktfächer geschrieben haben. Wie zum Abschluss bestellt belohnte der Frühlingsanfang alle Prüflinge mit Wärme und Sonnenschein. Aber wo geht die Reise danach hin? Wird es für sie weiter auf der Sonnenseite sein?

Nichts ist so essentiell für die folgende Phase, als sich klar darüber zu werden, was man mit seinem Leben anstellen möchte. Eigene Ideen sind da, Freunde geben Anregungen, Eltern haben selbstverständlich ihre Vorstellungen von einem erfolgreichen Leben und in die Schulen kommen Karriereberater und Mitarbeiter vom Arbeitsamt. Doch viele junge Erwachsene sind danach entweder verwirrter oder die vorgeschlagenen Jobs zaubern kein Glänzen und Leuchten in die Augen, weil man sich nicht erkannt fühlt in seiner Persönlichkeit. Helfen da die mittlerweile zahlreichen Online-Tests à la www.was-studiere-ich.de oder ein Intelligenz-Struktur-Tests? Begrenzt geben sie Informationen, die einem Aufschluss über seine Fähigkeiten geben. Viele Aspekte der Persönlichkeit bleiben jedoch im Dunkeln.

Was bedeutet dies für die jeweilige Zukunft? Jemand kann entsprechend seinen Talenten etwas studieren. Er oder sie wird vielleicht gar nicht schlecht dabei sein, gelegentlich tauchen Widerstände auf. Beim Eintritt in das Berufsleben läuft es ebenfalls ganz gut. Viele neue Eindrücke, man kann sich beweisen und sukzessive arbeitet man sich hoch. Es läuft gut, man ist vielleicht Leiter eines Teams, das Geld stimmt auch. Aber innerlich ist etwas am Rumoren: Die Arbeit ist nicht mehr sinnvoll, irgendetwas stört im Büro oder im Umgang mit den Kollegen, das Geld wird nur noch zum Betäuben ausgegeben für teure Autos oder Bekleidung.

In dieser Situation rebellieren alle Bereiche einer Persönlichkeit, die damals außen vor gelassen worden sind, als der Weg eingeschlagen wurde: Welche Wünsche habe ich an mein Leben? Welche Werte sind mir wichtig und was treibt mich an? Wie ist mein Umgang generell mit Menschen – geben sie mir Kraft oder entladen sie meine Energiespeicher? Bin ich lieber analytisch oder kreativ unterwegs? Oder organisiere oder helfe ich gerne? Was sind überhaupt meine Stärken, das heißt, was fällt mir leicht und geht gut von der Hand?

Sicherlich lassen sich Karrierewege korrigieren, aber es kostet viel Energie – Energie, die man besser in das Kennenlernen der eigenen Persönlichkeit stecken sollte, um gut, erfolgreich und authentisch im Leben voranzugehen.

Doch auch wenn man bereits mitten im Berufsleben steht und die Unzufriedenheit spürt, ist es nie verkehrt, eine Standortbestimmung zu machen. Es muss nicht immer gleich die Kündigung sein, wie ich in meinem eigenen Lebenslauf mit diesem Thema umgegangen bin. Vielleicht sind es nur kleine Dinge, die Ihnen fehlen und die gemeinsam mit Ihrem Chef korrigiert werden können. Oder Sie brauchen einen geeigneten Ausgleich in Ihrer Freizeit, der Ihnen wieder neue Kraft auch für den Joballtag gibt. In jedem Fall kann ein Kennenlernen Ihrer Motive und Ihrer Persönlichkeit helfen, die notwendige Kurskorrektur vorzunehmen, damit Sie sich wieder richtig gefördert und gefordert fühlen. Zufriedenheit mit dem, was man tut, wirkt sich nicht nur auf den Job oder den privaten Bereich, sondern generell auch auf den Umgang mit anderen Menschen positiv aus.