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Effeff – Fähigkeiten für Führungspersönlichkeiten (2): Entwickeln Sie einen Draht zu Ihren Mitarbeitern

Bild Frau mit Glühbiren

Effeff – Fähigkeiten für Führungspersönlichkeiten (2): Entwickeln Sie einen Draht zu Ihren Mitarbeitern

Natürlich können Sie viel durch Ihre hierarchische Position erreichen. Sie können die Leute zwingen, ihnen mit einer Abmahnung drohen oder einfach nur rummeckern. Und sicherlich werden Sie halbwegs termingerecht eine mittelmäßige Leistung abgeliefert bekommen.

Wie wäre es aber, wenn Ihre Mitarbeiter

  • gerne in Ihrer Gegenwart sein möchten,
  • sich von Ihnen inspirieren lassen wollen,
  • die beste, aber mindestens eine sehr gute Leistung erbringen wollen, um Ihnen als Führungsperson näher zu sein, und
  • an Ihrer Vision und Ihrem Erfolg teilhaben wollen?

Erinnern Sie sich selbst an Führungspersonen, für die Sie in Ihrem Leben gearbeitet haben. Kommt Ihnen etwas bekannt vor oder war es genau das Gegenteil? Wie haben Sie sich gefühlt?

Es geht nicht um Abhängigkeit oder Unterwerfung, sondern darum, dass sich diese Mitarbeiter emotional mit Ihnen bzw. mit der Führungsperson verbunden fühlen.

Entwickeln Sie einen Draht zu Ihren Mitarbeitern

Einen Draht zu entwickeln oder emotionale Intelligenz aufzubauen, bedeutet nicht, sich jedem anzuvertrauen oder besonders gefühlsbetont zu sein. Um gut mit anderen in Kontakt zu kommen, ist es sogar wichtig, sich von den eigenen vor allem negativen Emotionen frei zu machen. Dazu muss man nicht perfekt sein, die Anstrengung, sich von seinem Ärger, der Schuld oder Wut frei zu machen, genügt bereits. Das führt dazu, dass Sie mit Ihren Mitarbeitern klar umgehen können. Sollte es dennoch passieren, sollte ein Führungskraft auch das umgehend klären oder korrigieren.

Wie erkennen Sie negative Emotionen und wie machen Sie sich davon frei?

  • Achten Sie auf Ihren Körper. Verspannungen, Schmerzen oder Unbehagen deuten auf negative Emotionen hin, die aufgelöst werden wollen.
  • Achten Sie auf Ihre Gefühle. Emotionen können mächtig sein und unsere Urteilskraft und Sichtweise beeinträchtigen. Wenn Sie sie als temoräre Zustände betrachten, können Sie immer besser ihrer Macht widerstehen.
  • Bringen Sie Ihre Gefühle sich selbst gegenüber zum Ausdruck. Nur, wenn Sie sich Ihre Emotionen eingestehen und bewusst machen, können Sie sie auch selber eigenständig auflösen. Ansonsten lauern sie im Hintergrund und warten auf Ihre Gelegenheit zum Ausbruch.
  • Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Gefühle. Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht, liegt es an ihm, ihn zu korrigieren. Es liegt aber an Ihnen, wie Sie damit umgehen und darauf reagieren. Um sich dies bewusster zu machen, kann es helfen, ein Notizbuch dazu zu führen, wann Sie in so einer Situation nicht überreagiert haben und souverän reagiert haben und wann Sie die Fassng verloren haben.Dies hilft Ihnen, daran zu arbeiten.
  • Reden Sie mit Menschen darüber, denen Sie vertrauen, entweder aus Ihrem privaten Umfeld oder bei denen Sie sich professionelle Unterstützung versprechen können (Mentor, Coach etc.), damit Sie Ihre Situation reflektieren können und andere Sichtweisen erhalten.
  • Entwickeln Sie allein oder mit diesen Personen andere Perspektiven. Unsere negativen Emotionen entsehen oft aus alten Überzeugungen und dem Gefühl, recht zu haben.  Wenn Sie nachvollziehen können, was andere denken, haben Sie noch lange nicht unrecht – Sie haben nur Ihren Horizont erweitert.

Wenn Sie freier von Ihren Gefühlen sind, hilft das nicht nur Ihnen, sondern auch andere Menschen fühlen sich wohler in Ihrer Umgebung.

Wie kommen Sie nun in Resonanz mit anderen Menschen, um eine emotionale Verbindung aufzubauen?

  • Begeistern Sie andere. Schauen Sie nicht nur, was ein Ziel für einen Vorteil für Sie hat, sondern welchen es auch für Ihre Mitarbeiter hat. Orientieren Sie sich an Antoine de Saint-Exupéry: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Bleiben Sie aber authentisch.
  • Nehmen Sie Anteil. Es geht nicht darum, ein Pflichtprogramm abzuarbeiten und jedem Mitarbeiter fünf Minuten zuzuhören. Nehmen Sie echten Anteil, vergessen Sie für einen Augenblick alles andere und seien Sie für den anderen als Zuhörer da.
  • Seien Sie bereit, einen Draht, eine Beziehung aufzubauen.  Eine gute Athmosphäre entsteht im Normalfall zwischen Gleichgesinnten. Das ist durch die Rollenvergabe schwieriger, aber versuchen Sie, hin und wieder mit anderen in Kontakt zutreten, weil Sie neugierig auf die Person sind und daran Spaß haben und lassen Sie dabei Ihre Rolle beiseite.
  • Fördern Sie die Stärken anderer. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ihre Stärken entwickeln und erkennen Sie diese an. Seien Sie dabei nicht allgemein, sondern nennen Sie spezifisch, was und wie jemand etwas gut erledigt hat.
  • Stärken Sie das Selbstwertgefühl Ihrer Mitarbeiter. Der Selbstwert steigt, wenn man das Gefühl hat, sinnvolle Aufgaben zu erledigen und nach den eigenen Werten zu handeln und zu leben. Am besten können Sie dies tun, wenn Sie Menschen das Gefühl geben, dass Sie geschätzt werden. Dadurch steigt bei ihnen das Gefühl, sich selbst zu schätzen.
  • Kommunizieren Sie respektvoll und auf Augenhöhe. Respektieren Sie die Meinung anderer und versuchen Sie, die Perspektive und mögliche Widerstände anderer zu verstehen. Diese vermeintlichen Gegner können Ihnen nützliche Hinweise geben und können Verbündete in der Zukunft sein. Versuchen Sie daher, so neutral wie möglich mit Kritiken umzugehen.
  • Lösen Sie Konflikte. Konflikte behandeln selten die Sache, sondern werden oft auf der Gefühlsebene ausgetragen. Sprechen Sie die Gefühle des anderen an und überzeugen Sie auf dieser Ebene. Respektieren Sie den anderen, in dem Sie selbst wirklich davon überzeugt sind, dass der andere ein Recht auf seine Haltung hat. Versuchen Sie, innerlich zentriert, geerdet und im Frieden mit sich zu sein, wenn Sie Konflikte auflösen oder verhandeln. Suchen Sie Lösungen, die für beide Seiten ein Gewinn sind. Solange Sie noch keine Lösung haben, gibt es kein richtig und falsch, alle Ideen und Meinungen sind gleichberechtigt. Seien Sie bereit zu verzeihen und um Verzeihung zu bitten und überlassen Sie das Geschehene der Vergangenheit. Sie können auch jemandem verzeihen, ohne die Person daraufhinzuweisen, und das ganze dann einfach auf sich bewenden lassen.

Überlegen Sie in der nächsten Zeit für die Gruppenbedürfnisse von Effeff (1), welche Emotionen in Ihrer Gruppe oder Ihrem Team vorhanden sind, und welche Strategien und nächste Schritte Sie mit den oben genannten Impulsen umsetzen können.

Betrachten Sie heute, wo es emotionale Spannungen gibt und Leute zu Ihnen auf Distanz gehen, egal, ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder in Ihrem sonstigen Umfeld. Überlegen Sie ganz konkret, mit welchem Schritt Sie diese Distanz in Nähe umwandeln können. Möglicherweise kann es auch nützlich sein, sich zurückzuziehen oder die Verantwortung der eigenen Gefühle selbst zu übernehmen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass auch die Gefühle der anderen deren Angelegenheit sind.