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Effeff – Fähigkeiten für Führungspersonen (1): Hingucken und Hinhören

Bild Führungspersonen

Effeff – Fähigkeiten für Führungspersonen (1): Hingucken und Hinhören

Dies ist der Auftakt zu einer kleinen Serie von nützlichen Fähigkeiten für Personen, die in Führung gegangen sind. Es sind vielleicht nicht die ganz alltäglichen Tipps, die schon jeder in einem Führungskräfte- oder Projektmanagertraining gehört hat. Es geht hier um Aspekte, die für jeden relevant sind, selbst in informellen Gruppierungen oder Familien.

Oft sind wor als Führungskräfte, Gruppenleiter oder Initiatoren so mit unseren Zielen und deren Erreichung beschäftigt, dass manche Bedürfnisse der Gruppe auf der Strecke bleiben. Wir denken vielleicht, dass wir doch alle ein gemeinsames Ziel haben und es doch klar ist, was zu tun ist, damit alles ahrmonisch und termingerecht abläuft. Doch das stimmt so nicht.

Oft haben die Menschen in einer Gruppe ganz unterschiedliche Beweggründe, warum sie der Gruppe, dem Unternehmen, dem Projekt etc. beigetreten sind. Deepak Chopra gibt in seinem Buch „The Soul of Leadership“ (dt. „Mit dem Herzen führen„) sieben Bedürfnisse einer Gruppe an:

  1. Sicherheit
  2. Leistung, Erfolg
  3. Kooperation
  4. Zuwendung, Zugehörigkeit
  5. Kreativität, Entwicklung
  6. Moralische Werte
  7. Spirituelle Erfüllung

Dabei sieht er sie wie eine Pyramide analog zu Maslows Bedürfnispyramide. Die Gruppenmitglieder werden nicht alle auf einer Stufe stehen, daher ist es wichtig, Ihre Teammitglieder aufmerksam zu betrachten und ihnen zuzuhören.

Sie können auf verschiedenen Ebenen empfangen, was Ihre Gruppe oder Ihr Team, aber auch Ihre Vision bzw. Ihr Ziel benötigt.
Auf der ersten Ebene nutzen Sie Ihre körperlichen Sinne wie Augen und Ohren. Veruchen Sie nur wahrzunehmen und nicht zu bewerten. Was für Sie nicht wichtig ist, kann für einen anderen Menschen sehr relevant sein und umgekehrt.
Auf der nächsten Ebene kommt Ihr Verstand zum Zug. Hier beginnen Sie zu analysieren und  zu beurteilen. Lassen Sie neue Ideen und Interpretationen zu.
Nutzen Sie nun Ihr Gefühl. Dies beinhaltet Ihre Intuition und  Ihr Unterbewusstsein, das deutlich mehr Informationen verarbeiten kann als Ihr Verstand.
Auf der letzten Ebene lassen Sie Ihre Erkenntnisse los, warten ab und verinnerlichen diese. Je nachdem,  was Sie anspricht, können Sie einen spirituellen oder meditativen Zugang wählen, um mit etwas Größerem oder Ihrem wahren Selbst in Kontakt zu treten.

Nutzen Sie all diese Ebenen, um sowohl Situationen und Lösungswege für Ihr Ziel als auch Bedürfnisse Ihrer Gruppe wahrzunehmen.

Gute Rituale (6): Feuern Sie sich selber an!

motiviert lernen

Gute Rituale (6): Feuern Sie sich selber an!

Um es gleich vorwegzunehmen: Sie sollen sich weder antreiben, anschreien oder beschimpfen, um voranzukommen, und alles laut bejubeln ebenfalls nicht. Hier geht es darum, ganz zielgerichtet die eigene Aufmerksamkeit auf die eigene Entwicklung zu lenken.

Wissen Sie, wie Ihre Eltern Ihre Erfolge gemessen haben? Bei manchen wurden Striche am Türrahmen gemacht, um die Größe (den Wachstum) zu dokumentieren (auch wenn Sie das natürlich wenig beeinflussen konnten). Andere sammelten bunte Steine oder ähnliches für gutes Verhalten. Irgendwie wurde es dokumentiert und sichtbar gemacht. Und dieses Sichtbarmachen hat wieder das Feedback gegeben, dass Sie auf dem Weg waren, etwas zu erreichen.

Wenn Sie also etwas lernen, sich eine neue Fähigkeit aneignen oder ein Verhalten ändern wollen, dann ist das Dokumentieren und Bilanz ziehen eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich selbst zu motivieren, sich quasi anzufeuern und sich selbst Feedback zu geben.

Das funktioniert übrigens auch mit Dingen, bei denen Sie nicht überzeugt sind, dass Sie sie je beherrschen könnten. Vielleich glauben Sie, dass Sie nie etwas zu Ende bringen oder dass Sie ein unordentlicher Mensch sind. Auch das Thema Sprachen lernen ist so etwas, bei denen viele überzeugt sind, dass sie dafür kein Talent haben. Polen Sie sich selber um, in dem Sie festhalten, was Sie abgeschlossen haben (übrigens auch die kleinen Dinge wie den Einkauf geplant und erledigt, das Zimmer vollständig gesaugt, etc.), wo Sie Ordnung geschaffen oder gehalten haben oder was Sie neues in einer Spprache gelernt haben. Dadurch wird Ihnen erst bewusst, was Sie tatsächlich schon alles erreicht haben.

Wie Sie das machen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Hier gibt es mittlerweile unzählige Optionen. Das kann ganz herkömmlich mit Zettel und Papier sein, das kann eine Tabellenkalkulation sein (mit hübscher Grafikauswertung oder auch eine App sein, die Sie immer auf Ihrem Smartphone dabei haben können. Ein paar genauere Tipps finden Sie auch in meinem Kindle-Buch „Wer gestaltet eigentlich mein Leben?“.

Ich persönlich nutze diese gerade, um mit meiner Yogapraxis voranzukommen und ganz generell, um aus Fehlern zu lernen. Für mich ist es ein Erfolg, einen Fehler erkannt zu haben und eine Gegenstrategie entwickelt zu haben.

Was wollen Sie gerade erreichen?

Vom Umgang mit Fehlern

Diskussionsrunde

Vom Umgang mit Fehlern

Vom Umgang mit Fehlern, mit Rückschlägen und Versagen, davon handelt dieser Beitrag. Für mich ist es ein wichtiges Thema, denn ich habe lange Zeit mich sehr schwer getan, mit Fehlern und Misserfolgen umzugehen.
Ich gehörte zu der Kategorie Mensch, die als Kind beim Spielen das Spielbrett umwarf, wenn absehbar war, dass ich verlieren würde, ich wurde aggressiv im Umgang mit Menschen, wenn ich merkte, dass ich Unrecht hatte oder falsch lag, und später hatte ich durchaus Angst vor Herausforderungen, die ich vielleicht nicht meistern könnte, weil ich Angst vorm Versagen und vor Fehlern hatte.
Woran könnte es gelegen haben, dass ich so schlecht mit solchen Situationen umgehen konnte? Ich weiß, dass ich kein Einzelfall bin. Diese Verhaltensweise können wir manchmal auch in der Öffentlichkeit entdecken wie zum Beispiel bei erfolgreichen Sportlern.

Einen großen Aufschluss gibt mir zur Zeit das Konzept vom statischen und dynamischen Selbstbild von Carol Dweck (fixed and gowth mindset).
Jemand mit einem statischen Selbstbild geht davon aus, dass er für manches bestimmte Talente hat, für anderes nicht. Er geht davon aus, dass die eigenen Fähigkeiten sehr begrenzt entwickelbar sind. Eine solche Person ist auch oft dabei zu prüfen, ob es das Niveau noch hält, vergleicht sich viel mit anderen und muss sich selbst andauernd beweisen, dass er (oder auch sie) noch gut unterwegs ist. Wenn Hindernisse auftauchen oder Rückschläge auf einen zukommen, haben diese Menschen  kaum eine Chance: Da sie der Meinung sind, dass sie sich nicht entwickeln können, müssen sie annehmen, dass sie einfach nicht fähig sind. Das passiert selbst bei Tätigkeiten, die sie vorher gut beherrschten.
In einer Studie untersuchte Dr. Dweck Studenten in ihrem ersten Studienjahr. In der Untersuchung hatte es ein Chemiekurs besonders in sich. Wie gingen die Studenten mit den ersten schlechten Noten um? Diejenigen, die ein statisches Selbstbild hatten, waren der Meinung, dass sie keine Begabung dafür hatten, ihre Fähigkeiten nicht reichten und sie einfach schlecht waren. Auch neigten Sie dazu, den Professor oder die allgemeinen Umstände für ihren Misserfolg verantwortlich zu machen. Für die nächste Prüfung bereiteten sie sich noch weniger vor oder zogen es in Betracht zu schummeln.
Beim dynamischen Selbstbild sieht die Sache anders aus. Die Studenten dachten über ihre Lernstrategie nach, ihr Zeitmanagement und überlegten sich weitere Herangehensweisen an das Thema. Se fühlten sich nach der schlechten Note auchnicht wohl, aber sie waren überzeugt davon, dass sie es lernen können.

Diese Verhaltensweise findet sich natürlich nicht nur in Lernsituationen im speziellen, sondern auch in vielen anderen Bereichen wieder. Im Sport zum Beispiel wird viel von Naturtalenten gesprochen. Diese Sichtweise fördert genau die des statischen Selbstbildes. Wenn es dann also nicht mehr läuft, gibt es auch kein Entwicklungspotenzial. Bei genauerer Betrachtung sind aber viele erfolgreiche Athleten, die als Naturtalent gepriesen werden, wahre Arbeitstiere. Es gehört sicher etwas Talent dazu, aber das meiste entsteht aus jahrelanger disziplinierter Arbeit.

In der Partnerschaft haben diese Selbstbilder ebenso einen Einfluss auf das glückliche Zusammenleben. Wer glaubt, dass man nur den perfekten Partner finden muss, damit man die perfekte Partnerschaft führen kann, der wird früher oder später eines besseren belehrt. Die Folgen sind, dass man entweder aneinander vorbeilebt oder dass man sich trennt. Dies entspricht der Sichtweise des statischen Selbstbildes. Wer dagegen ein dynamisches hat, kann konstruktiv mit den unterschiedlichen Sichtweisen, Wünschen und Vorstellungen umgehen, und trägt so dazu bei, die Partnerschaft zu entwickeln.

Übrigens kann man in verschiedenen Situationen unterschiedliche Selbstbilder haben.
Und das Gute ist: Man kann aus einem statischen Selbstbild ein dynamisches Selbstbild entwickeln.

Wenn Sie mehr dazu wissen möchten, kontaktieren Sie mich oder werfen Sie einen Blick in: Dweck, Carol: Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen bewirkt (Mindset – The New Psychology of Success).