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Gute Rituale (8): Fünf kleine Dinge

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Gute Rituale (8): Fünf kleine Dinge

Manchmal haben wir so viel um die Ohren, dass wir das Gefühl haben, mit unseren Projekten und Zielen stecken zu bleiben. Man hat das Gefühl, man steht mit den Beinen im Morast und am Oberkörper befinden sich Seile, die uns in alle Richtungen ziehen. Kurzum: Wir stecken fest.

Um aus dieser Sackgasse wieder herauszukommen und auch sich selbst wieder den Eindruck zu vermitteln, dass es vorwärts geht, ist diese Strategie für mich immer wieder nützlich:

Erledige für dein Ziel fünf kleine Dinge heute!

Jetzt kommt die Kunst an der Sache: Die Dinge möglichst klein zu lassen. Ein schlechtes Beispiel ist zum Beispiel für einen Selbständigen: Ich akqueriere heute fünf Kunden. Er weiß eigentlich genau, dass damit 50 Anrufe verbunden sind. Besser wäre es also sich vorzunehmen, fünf Anrufe zu tätigen. Auch im Haushalt kann man leicht über das Ziel hinausschießen. Sich vorzunehmen, die ganze Wohnung sauber zu machen, kann völlig ausufern. Hier hilft es wirklich, ganz konkret zu sein. Die Garderobe aufräumen, die Kommode abstauben, den Geschirrspüler ausräumen etc. Die Tätigkeit sollte so genau und präzise wie möglich beschrieben werden. Dann ist sie im Normalfall gut machbar.

Vorsicht bei AKtivitäten, bei denen Sie andere brauchen. Grenzen Sie hier klar ab, was Sie noch selbst beeinflussen und steuern können und was von der anderen Person abhängt. Nehmen SIe nicht Tätigkeiten auf, die gemeinsam zu erledigen sind. Nehmen Sie stattdessen die Schritte davor, die sie alleine machen: die Person telefonisch erinnern, Werkzeug oder Dokumente vorbereiten oder heraussuchen oder sich mit der Person treffen. Das Endergebnis ist nachher eng mit dem Wollen der anderen Person verknüpft. Sie hätten dann für sich einen Misserfolg, obwohl Sie alles dafür getan haben, weil es an dem anderen hing. Achten Sie darauf, wenn Sie sich Ihre fünf Punkte auf Ihre Todo-Liste schreiben.

Ein weiterer Vorteil dieser Strategie ist, dass sie Ausdauer trainiert. Täglich ein wenig an den Zielen zu arbeiten bringt uns schneller voran, als ab und an den großen Gewaltakt zu vollbringen. Meist haben wir dann viel vor uns hergeschoben, was bereits viel Stress produziert hat. Wenn es regelmäßig wie ein Training ist, wird es irgendwann zur Gewohnheit und fällt leicht.

Welche fünf Dinge nehmen SIe sich heute vor?

Gute Rituale (7): Veränderungen zeitlich begrenzen

Ziele erreichen

Gute Rituale (7): Veränderungen zeitlich begrenzen

Ich habe gerade einen schönen Artikel bei ZEIT online zum Thema Motivation gelesen (hier geht es zum Artikel), der mich gerade zu diesem Blogbeitrag inspiriert hat.

Es geht um die typischen Situationen wie Abnehmen, Sprachen lernen, Sport treiben. Ich merke es gerade selber an mir: vor einiger Zeit habe ich mir gewünscht, fünfmal die Woche Yoga zu machen. Ich habe es dann, als es nichts wurde, auf viermal gekürzt. Das war immer noch schwierig (ich gebe zu, dass ich parallel auch noch anderen Sport betrieben habe, aber mir war es wichtig, Yoga stärker in mein Leben zu bringen). Anscheinend war das Ziel entweder undefiniert oder unattraktiv. Wie ist der Stand heute: Ich mache jeden Tag Yoga trotz weiterem Sport. Was ist jetzt anders?

Zum einen: ein attraktives Ziel. Ich hatte schon angefangen, mir ein paar Asanas (Körperhaltungen) herauszusuchen, an denen ich arbeiten wollte. Damit war das Ziel schon etwas konkretisiert, aber es fehlte für mich noch der klare Sexappeal. Plötzlich steuerte ich über ein Online-Kursprogramm zu Armbalancen wie Unterarmstand und Handstand und noch viel verrücktere Posen. Das war es! Ich habe mich Hals über Kopf in diese Programm verliebt. Das war es, woran ich Spaß hatte und was ich wollte. Ich wollte im Handstand stehen und das lange.

Was noch? Es ist ein Programm mit klarer Struktur. Die Tage sind vorgeplant, ich weiß, was morgen rankommt und was danach. Ich habe jeden Tag eine überschaubare Menge an Hausaufgaben, die sich im Schwierigkeitsgrad steigern.

Und: Das Programm ist klar begrenzt. Es sind drei Blöcke à je 30 Tage. Ich befinde mich gerade in Block eins bei Tag 29. Ich kann es selber kaum glauben, dass ich bis hierhin durchgehalten habe. Dieser Überblick, dass es 30 Tage sind und dass danach etwas neues kommt, ist für mich ungemein motivierend. Ich bin jemand der Abwechslung mag. Aber auch so gefällt mir die klare Abgrenzung, um durchzuhalten, die Aufgabe handlicher zu machen. Diese Vorgehensweise versuche ich gerade, in andere Bereiche meines Lebens zu übertragen.

Wie bekommt man nun diesen Schwung des Beginnens und die erste wachsende Routine nach 30 oder 90 Tagen in eine Dauerroutine? Hier hilft es, sich selber Feedback zu geben und wenn man bekommen kann, auch Feedback von außen zu nutzen. Das eigene Feedback kann entstehen, in dem man die Fortschritte aufzeichnet: so viele Vokabeln, soviele Tage hintereinander daran gearbeitet, so viele Sekunden im Handstand gestanden (letztlich waren es bei mir 29 Sekunden ohne auf den Händen zu laufen). Feedback von außen kann vom Partner, von Freunden oder noch besser von einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten kommen. Meine App hat da viele Vorteile, das ist fast wie Facebook für Fitness- und Yogafreaks: Die App sagt mir, dass ich das 50. Yogaworkout absolviert habe oder dass ich schon 14 Tage hintereinander Sport treibe. Außerdem gibt es andere, die mein Workout liken oder kommentieren können oder mir auch Tipps geben. Ich kann wiederum sehen, welche Fortschritte die anderen machen, was mir hilft, mein Vorankommen realistisch einzuschätzen. Weitere Ideen zum Tracken finden Sie übrigenz auch in meinem kindle-Buch „Wer gestaltet eigentlich mein Leben?„.

Mein Tipp ist Ziel setzen, Zeitraum klar und für einen selber attraktiv definieren und Fortschritt tracken.