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Vom Umgang mit Fehlern

Diskussionsrunde

Vom Umgang mit Fehlern

Vom Umgang mit Fehlern, mit Rückschlägen und Versagen, davon handelt dieser Beitrag. Für mich ist es ein wichtiges Thema, denn ich habe lange Zeit mich sehr schwer getan, mit Fehlern und Misserfolgen umzugehen.
Ich gehörte zu der Kategorie Mensch, die als Kind beim Spielen das Spielbrett umwarf, wenn absehbar war, dass ich verlieren würde, ich wurde aggressiv im Umgang mit Menschen, wenn ich merkte, dass ich Unrecht hatte oder falsch lag, und später hatte ich durchaus Angst vor Herausforderungen, die ich vielleicht nicht meistern könnte, weil ich Angst vorm Versagen und vor Fehlern hatte.
Woran könnte es gelegen haben, dass ich so schlecht mit solchen Situationen umgehen konnte? Ich weiß, dass ich kein Einzelfall bin. Diese Verhaltensweise können wir manchmal auch in der Öffentlichkeit entdecken wie zum Beispiel bei erfolgreichen Sportlern.

Einen großen Aufschluss gibt mir zur Zeit das Konzept vom statischen und dynamischen Selbstbild von Carol Dweck (fixed and gowth mindset).
Jemand mit einem statischen Selbstbild geht davon aus, dass er für manches bestimmte Talente hat, für anderes nicht. Er geht davon aus, dass die eigenen Fähigkeiten sehr begrenzt entwickelbar sind. Eine solche Person ist auch oft dabei zu prüfen, ob es das Niveau noch hält, vergleicht sich viel mit anderen und muss sich selbst andauernd beweisen, dass er (oder auch sie) noch gut unterwegs ist. Wenn Hindernisse auftauchen oder Rückschläge auf einen zukommen, haben diese Menschen  kaum eine Chance: Da sie der Meinung sind, dass sie sich nicht entwickeln können, müssen sie annehmen, dass sie einfach nicht fähig sind. Das passiert selbst bei Tätigkeiten, die sie vorher gut beherrschten.
In einer Studie untersuchte Dr. Dweck Studenten in ihrem ersten Studienjahr. In der Untersuchung hatte es ein Chemiekurs besonders in sich. Wie gingen die Studenten mit den ersten schlechten Noten um? Diejenigen, die ein statisches Selbstbild hatten, waren der Meinung, dass sie keine Begabung dafür hatten, ihre Fähigkeiten nicht reichten und sie einfach schlecht waren. Auch neigten Sie dazu, den Professor oder die allgemeinen Umstände für ihren Misserfolg verantwortlich zu machen. Für die nächste Prüfung bereiteten sie sich noch weniger vor oder zogen es in Betracht zu schummeln.
Beim dynamischen Selbstbild sieht die Sache anders aus. Die Studenten dachten über ihre Lernstrategie nach, ihr Zeitmanagement und überlegten sich weitere Herangehensweisen an das Thema. Se fühlten sich nach der schlechten Note auchnicht wohl, aber sie waren überzeugt davon, dass sie es lernen können.

Diese Verhaltensweise findet sich natürlich nicht nur in Lernsituationen im speziellen, sondern auch in vielen anderen Bereichen wieder. Im Sport zum Beispiel wird viel von Naturtalenten gesprochen. Diese Sichtweise fördert genau die des statischen Selbstbildes. Wenn es dann also nicht mehr läuft, gibt es auch kein Entwicklungspotenzial. Bei genauerer Betrachtung sind aber viele erfolgreiche Athleten, die als Naturtalent gepriesen werden, wahre Arbeitstiere. Es gehört sicher etwas Talent dazu, aber das meiste entsteht aus jahrelanger disziplinierter Arbeit.

In der Partnerschaft haben diese Selbstbilder ebenso einen Einfluss auf das glückliche Zusammenleben. Wer glaubt, dass man nur den perfekten Partner finden muss, damit man die perfekte Partnerschaft führen kann, der wird früher oder später eines besseren belehrt. Die Folgen sind, dass man entweder aneinander vorbeilebt oder dass man sich trennt. Dies entspricht der Sichtweise des statischen Selbstbildes. Wer dagegen ein dynamisches hat, kann konstruktiv mit den unterschiedlichen Sichtweisen, Wünschen und Vorstellungen umgehen, und trägt so dazu bei, die Partnerschaft zu entwickeln.

Übrigens kann man in verschiedenen Situationen unterschiedliche Selbstbilder haben.
Und das Gute ist: Man kann aus einem statischen Selbstbild ein dynamisches Selbstbild entwickeln.

Wenn Sie mehr dazu wissen möchten, kontaktieren Sie mich oder werfen Sie einen Blick in: Dweck, Carol: Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen bewirkt (Mindset – The New Psychology of Success).