Gute Rituale (4): Ziele schriftlich dokumentieren und verfolgen

Fragen zur Selbstbestimmung

Gute Rituale (4): Ziele schriftlich dokumentieren und verfolgen

Es ist nichts neues, dass man seine Ziele verschriftlichen sollte und ich als ehemalige Projektleiterin sollte es doch sowieso praktizieren, ABER: Auch ich verliere von Zeit zu Zeit meine Ziele aus dem Blickwinkel. Wie kommt das eigentlich immer zustande?

Klarer Fall: andere Dinge sind wichtiger, erregen unsere Aufmerksamkeit, die Ziele verschwinden unter einem großen Berg von neuen Dingen. Es kommen Dinge mit einer höheren Dringlichkeit rein (die Mahnung vom Finanzamt, die Schweigermutter stürzt und muss operiert werden), die einfach nicht vertagt werden können. Es gibt auch Dinge, die unsere Aufmerksamkeit wecken und uns ablenken (diese Fitnesstrainerausbildung sieht interessant aus, dazu will ich mich informieren und ein Buch lesen; das neue Projekt ist spannend, da möchte ich mich engagieren), so dass wir sehr begeistert etwas neues anfangen. Oder es kommen neue Ziele hinzu, die ebenfalls wie die alten erreicht werden wollen. Diese sind vielleicht schneller erreichbar oder machen, weil sie neu sind, gerade mehr Spaß.

Wenn Sie merken, dass Sie gerade zu viele Projekte am Start haben und das Gefühl haben sich zu verzetteln, ist der beste Zeitpunkt, um aufzuräumen – aber natürlich können Sie auch schon früher damit beginnen.

Listen Sie alles auf, was Sie aktuell vorhaben und wählen Sie dann nicht mehr als vier Ziele aus. Bei mehr Zielen verlieren Sie einfach den Fokus und damit auch Ihre Umsetzungsenergie. Weniger können es natürlich immer sein. Spezifizieren Sie so gut Sie können, was Sie bis wann erreichen wollen. Notieren Sie dann drei bis vier Ereignisse oder Aufgaben, die erledigt sein müssen, damit Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Ich arbeite übrigens sehr gerne mit diesem Erfolgs-Produktivitätsblatt. Da finden Sie alle Dokumente zu den hier beschriebenen Schritten.

Nehmen Sie nun das nächste Blatt und verteilen Sie diese Aktivitäten und was Ihnen ergänzend noch dazu einfällt auf die einzelnen Monate und Wochen. Vielleicht füllen Sie jetzt nur drei Monate aus. Kein Problem. Gehen Sie dann letzten Schritt und brechen Sie das Ganze auf den einzelnen Tag runter. Sie können übrigens auch immer nur den aktuellen bzw. nächsten Tag planen (je nachdem, ob Sie ein „Ich plane am Vortag“- oder „Ich plane am Morgen“-Mensch sind, aber natürlich können Sie auch den ganzen Monat auf einen Schlag angehen. Das spart viel Zeit an den folgenden Tagen. Überlegen Sie, was am jeweiligen Tag iIhr Haupterfolg ist. Was müssen und wollen Sie unbedingt erreichen, um weiterzukommen? Dazu können sich noch ein bis drei weitere wichtige Punkte/Erfolge gesellen.

Diese Zettel habe ich immer wieder als Wiedervorlage dabei, um auf meinem Pfad vorwärts zu kommen. Manchmal verschwinden sie wieder unter einem Berg anderer Aufgaben, aber die Projektübersicht und die Monatsübersicht helfen mir immer wieder, den Anschluss zu bekommen und geben mir das Gefühl, am Ball zu bleiben.

Ein letzter Tipp: legen Sie sich diese drei Blätter in Ihren Terminkalender oder etwas, das Sie häufiger zur Hand nehmen. Auch abspeichern im Smartphone ist eine wunderbare Option.